20 Jahre Besucherbergwerk Fell

Rund 305.000 Besucher haben seit 1997 in diesen Stollen aufregende, geheimnisvolle, lehrreiche und auch zum Nachdenken anregende Führungen erlebt„, sagte der Feller Ortsbürgermeister Alfons Rodens am Sonntag vor der Festgemeinde. Doch fast wären die Schiefergruben für immer verschlossen geblieben.

Anfang der 60er Jahre war letzte Schicht im Feller Schieferbergbau. Danach schien im Ort die alte und traditionelle Ära der Schiefergewinnung in Vergessenheit zu geraten. Doch 1991 gründeten engagierte Feller einen Verein mit dem Ziel, die zugemauerten Stollen der Gruben Barbara und Hoffnung wieder zu öffnen und das Innere für alle Interessierten zugänglich zu machen.
Die Arbeiten am Besucherbergwerk, für das der junge Verein sogar EU-Förderung erhielt, dauerten Jahre. Dabei wurden unter der Leitung des Fellers Johann Krämer (heute 94 und Ehrenbergmann) die zuvor selbstständigen Gruben Barbara und Hoffnung durch einen Verbindungsstollen vereint. Am 1. Mai 1997 öffnete das Industriedenkmal erstmals seine Pforten für jedermann. In den folgenden 20 Jahren folgten rund 305 000 Besucher den ehrenamtlichen Führern vom Förderverein in die Tiefe, erfuhren dort von der Technik des Untertagebaus und der gefährlichen und harten Arbeit der Bergleute.

20 Jahre Besucherbergwerk waren an diesem Wochenende Grund zum Feiern. Der Förderverein hatte eingeladen, und rund 1500 Gäste kamen. Volksfeststimmung herrschte an den drei Tagen vor den Stollen und dem 2013 hinzugekommenen Infozentrum, auch wenn das Wetter am Montag nicht so richtig mitspielen wollte. Aber auch für diesen Fall hatte der Verein mit zwei Festzelten vorgesorgt. „Schon gestern zum Konzert der Bergmannskapelle Fell hatten wir rund 400 Besucher hier – es war ein schöner Abend“, meinte Ortsbürgermeister Rodens am Sonntag im Gespräch mit dem TV, bevor er einer angenehmen Pflicht nachkam: Zum Jubiläum ehrte der Verein seine Gründungsmitglieder, die am 20. September 1991 in Fell an der konstituierenden Versammlung teilgenommen hatten.

Dies sind in diesem Fall sowohl „richtige“ Personen als auch sogenannte juristische Personen wie etwa die Verbandsgemeinde Schweich, der Kreis Trier-Saarburg, die Volksbank Trier oder die Firma Schiefersysteme Rathscheck, vertreten durch ihre Repräsentanten. Ebenfalls eine Ehrenurkunde erhielten einige Mitglieder, die erst nach der Gründung dazustießen, aber auch schon 25 Jahre dabei sind.

Besonders ausgezeichnet wurde Franz-Josef Grünen (83), der seit Eröffnung des Besucherbergwerks 20 Jahre lang als ehrenamtlicher Grubenführer tätig war. Grünen zum TV: „Ich gehöre hier schon zum Inventar.“
Mit einem Präsent bedacht wurden die aktiven Ehrenamtlichen, die mit Betriebsleiter Robert Hoffmann das Industriedenkmal am Laufen halten.

Betriebsleiter Robby Hoffmann gratuliert Franz-Josef Grünen während der Ehrung


Auch eine Reihe von Ehrengästen hatte sich am Sonntag am Bergwerk eingefunden. Von Rodens besonders begrüßt wurden – um nur einige zu nennen – seine beiden Feller Amtsvorgänger Helmut Schneiders und Rony Sebastiani, Landrat Günther Schartz und dessen Amtsvorgänger Richard Groß (Gründungsmitglied für den Kreis Trier-Saarburg), Josef Peter Mertes, Präsident a. D. der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion, und Rudolf Körner, erster Beigeordneter der VG Schweich in Vertretung für Bürgermeisterin Christiane Horsch.

Ein besonderes „Glück Auf“ galt einigen Bergleuten aus Wallhausen/Saarland und aus Obermartelingen/Luxemburg, die dort ein eigenes Besucherbergwerk einrichten wollen, das später mit Fell kooperieren soll.

Extra: FESTGESTALTER UND FREIWILLIGE HELFER

Mitgestaltet wurde das Fest vor den Stolleneingängen von Bergmannskapelle Fell, Team Michaela Rodens (Kinderschminken), Martinus Chor Fell, Jagdhornbläser Fell, Mundartgruppe Gäsberchtrio. An allen Tagen im Einsatz waren die Helferinnen und Helfer im Infozentrum mit Bistro sowie die ehrenamtlichen Grubenführer, wobei auch Themenwanderungen rund um das Bergwerk angeboten wurden.

Quelle: Volksfreund.de